22.03.2010

Elektrofahrräder – Stand der Technik

Antrieb:

Motor im Hinterrad:

  • Kein Durchdrehen durch hohem Gewicht auf Hinterrad
  • Keine Nabenschaltung möglich, nur Kettenschaltung

Motor im Vorderrad:

  • Schwerpunktausgleich zum Hinterrad (stabilere Straßenlage)
  • Vorderrad kann durchdrehen (weniger Gewicht auf Vorderrad)
  • Jeder Schaltungstyp möglich, Rücktrittbremse auch
  • Vorwiegend beim Nachrüsten verwendet

Motorantrieb im Tretlager:

  • Jeder Schaltungstyp möglich, Rücktrittbremse auch
  • Doppelbelastung des Antriebsstrang durch Motorkraft und Beinkraft
  • Ausgereifte und zuverlässige Variante

Akkumulatoren (Akkus):

  • Entscheidender Faktor für Nutzbarkeit, Betriebssicherheit und Betriebsradius der E-Räder
  • Energiedichte und Wirkungsgrad wird ständig verbessert
  • Lebensdauer abhängig von:
    • Qualität der verbauten Materialien
    • Umgebungstemperatur
    • Bei NiMH Pflege des Akkus, d.h. immer komplett (Ent-)Laden

Blei-Gel-Akku

  • Schwer und umweltbelastend => wird nicht mehr verbaut!

Nickel-Cadmium-Akku (NiCD):

  • Lebensdauer bis 1000 Zyklen
  • Hoher Memory-Effekt
  • Hohe Selbstentladung
  • Cadmium umweltbelastend – VERBOTEN!

Nickel-Metallhydrid-Akku (NiMH):

  • Doppelte Energiedichte ggü. NiCD
  • Kein Memory-Effekt, dafür aber Batterieträgheitseffekt (Stärke: 10% vom Memory-Effekt)
  • 600-1000 Ladezyklen (mit sog. intelligenten Ladegeräten um Überladungen zu vermeiden)
  • Empfindlich gegen Überhitzung

Lithium-Ionen-Mangan-Akku (Li-Ion MN auch nur Li-Ion):

  • 20% mehr Kapazität als der NiMH
  • Hohe Energiedichte
  • Keine Brand- bzw. Explosionsgefahr
  • Bis 3000 Ladezyklen möglich
  • Selbstentladung sehr gering
  • Kein Memory-Effekt
  • Als umweltfreundlich eingestuft

Lithium-Polymer-Akku (Li-Pol):

  • Weiterentwicklung des Li-Ion (noch höhere Kapazität)
  • Sehr empfindlich gegen Überladung, Tiefentladung, Hitze (> 60°C), Kälte (< 0°C)
  • Weiterentwicklung sehr schnell (um negative Effekte auszumerzen)

Akku-Fachbegrifflichkeiten:

Bremsenergie-Rückgewinnung:

Umstrittenes Thema ob der Notwendigkeit: Rückgewinnung ca. 5-10 %.

Memory-Effekt:

Bei NiCd-Akku: Kapazitätsverlust durch häufige Teilentladungen; Memory-Effekt ist durch wiederholtes Komplett-Entladen und anschließender Vollladung rückgängig gemacht werden, so kann die Ausgangskapazität zurückerlangt werden.

Batterieträgheitseffekt:

Der Memory-Effekt bei NiMH-Akkus. Liegt bei ca. 10% des Memory-Effekts des NiCd-Akkus. Kann durch 4-6 vollständige Lade-und Entladezyklen eliminiert werden.

Selbstentladung:

Auch wenn kein Verbraucher angeschlossen ist, tritt dieser Effekt bei allen Akkus (in unterschiedlicher Intensität) auf. Hohe Temperaturen beschleunigen Entladevorgänge, kalte verlangsamen sie.

Tiefentladung:

Entladung des Akkus unter 0,9 bis 1 Volt Entladeschlussspannung. Akkus können beschädigt oder sogar zerstört werden.

Überladung:

Nach vollständigem Aufladen weitere Beladung – so genannte intelligente Ladegeräte verhindern dies.

Akkuposition:

  • Gute Zugänglichkeit bzw. leichtes Herausnehmen zum Laden
  • Einfluss auf Fahrradschwerpunkt und damit Fahrverhalten

Am Gepäckträger:

  • Hecklastiger Schwerpunkt
  • Unschicke Verkabelung
  • Beispiel: Ultra Motor

Im Sattelrohrbereich:

  • Gute Zugänglichkeit
  • Gute Gewichtsverteilung
  • Kurze Verkabelung, wenn kombiniert mit Tretlagermotor
  • Beispiel: Panasonic

Flaschenhalterösen:

  • Gute Zugänglichkeit
  • Gute Gewichtsverteilung
  • Gut für Nachrüstakkus
  • Beispiel: BionX

Im Rahmenrohr:

  • Unauffällige Variante
  • Gute Gewichtsverteilung
  • Spezieller Rahmen nötig
  • Beispiel: Gocycle

Kommentare

[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ulrich Prediger, Ulrich Prediger erwähnt. Ulrich Prediger sagte: Elektrofahrräder – Stand der Technik (http://www.leaserad.de/blog/allgemein/elektrofahrrader-stand-der-technik.html) http://bit.ly/bjKVuY [...]

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